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Moderatorin

Dr. Nicole Viktoria Przytulla

Form und Inhalt von Absagen

phil87

Mitglied seit 30. 08. 2020 // 1 Beiträge

Hallo,

mein Name ist Philipp, bin 31 Jahre alt, mehrfachbehindert und habe einen Masterabschluß in einem sozialen Studiengang.

Mich würden eure Erfahrungen interessieren, die ihr im Umgang mit den Bewerbungen und speziell auch den Absagen gemacht habt.

Während man in den Bewerbungsgesprächen noch den Eindruck bekommen kann, es läuft "alles" im Rahmen ordentlicher und geregelter Formen ab, ist dies bei Absagen schon nicht mehr der Fall.
Eigentlich sollte jeder Bewerber, ob behindert oder nicht, eine vernünftige Erklärung und Begründung bekommen, warum man sich nicht für ihn entschieden hat.

In der Praxis sieht es jedoch ganz anders aus. Von telefonischer bis schriftlicher Absage in der Form "Sehr geehrter Bewerber/sehr geehrte Bewerberin, leider konnte wir uns nicht für Sie entscheiden. Wir wünschen Ihnen alles Gute" ist alles dabei.

Davon kann man als abgelehnter Bewerber nicht lernen, was vielleicht im Gespräch falsch gelaufen ist, was man besser gesagt oder nicht gesagt hätte und somit für sich erkennen, an welchen Stellen man sich bei einem nächsten anstehenden Gespräch "verbessern" muss. Gerade weil heute die Auswahl nach standardisierten Verfahren ablaufen, findet man viele Elemente in den unterschiedlichen Gesprächen auch wieder.

Für behinderte Menschen ist im § 164 SGB IX Abs. 1 festgelegt, dass dem Bewerber/derBewerberin die Entscheidung des Arbeitgebers unter Darlegung der Gründe unverzüglich mitzuteilen ist. Leider findet man im Internet auch viele alte und mittlerweile ungültige Informationen. Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass die Vorschriften dieses Paragrafen nicht mehr grundsätzlich gelten, sondern abhängig sind, ob der potenzielle Arbeitgeber im Personalbereich die Behindertenqoute einhält oder nicht.

Erst dann, wenn er sie nicht einhält, muss qualifiziert begründet werden.

Mir geht es nicht darum, nach einer Absage noch "Ärger" (Verdacht auf Diskriminierung) zu bereiten, jedoch denke ich schon, wenn in den Bewerbungsgesprächen die Behindertenbeauftragten anwesend sind, sollten diese auch bei den Absagen rechtlich einwandfrei eingebunden sein bzw. ihrer Pflicht nachkommen, dass entsprechend verfahren wird.

Wie sind dazu eure Erfahrungen ?

verfasst am 30.08.2020 um 07:50 Uhr

viktoriap.

Mitglied seit 11. 05. 2020 // 21 Beiträge

Lieber Philipp,
der § 164 Abs. 1 SGB IX ist da tatsächlich etwas missverständlich formuliert. Der Satz „Alle Beteiligten sind vom Arbeitgeber über die getroffene Entscheidung unter Darlegung der Gründe unverzüglich zu unterrichten.“ bezieht sich nur auf die Situation, wenn die Schwerbehinderten- oder Personalvertretung nicht mit der Entscheidung des*der Arbeitgebers*Arbeitgeberin einverstanden ist.
Es ist die Regel, dass die Entscheidungsgründe nicht nach Außen kommuniziert werden, da diese damit angreifbar werden würden. Eine kleine Chance, die Gründe zu erfahren oder sie zumindest angedeutet zu bekommen, besteht, wenn man telefonisch freundlich bei der Schwerbehindertenvertretung, der Personalvertretung oder der Personalabteilung nachfragt.
Ansonsten gibt es aber zum Glück noch andere Wege herauszufinden, wie man das Auftreten und das Darstellen in den Bewerbungsgesprächen verbessern kann oder ob es evtl. günstig wäre, noch an den eigenen Voraussetzungen (wie z.B. Praktika, Fortbildungen, Softskills) zu arbeiten. Vielleicht geht es aber auch darum, passendere Arbeitgeber*innen aufzuspüren.
Erstens könnten Sie Freund*innen oder Bekannte, die über Bewerbungserfahrungen verfügen bitten, mit Ihnen das Bewerbungsgespräch und ihre Wahrnehmungen davon zu reflektieren. Um Ihre Wahrnehmung zu differenzieren und Ihre Interpretation der Wahrnehmungen zu überprüfen, ist es hilfreich, wenn Sie beim nächsten Bewerbungsgespräch auf Körperhaltung, -gesten und Äußerungen ihrer Gegenüber sowie ihren eigenen Aktionen und Reaktionen achten. Welche Körperhaltung nehme ich wann ein? Mit welchen Gefühlen und mit welcher Mimik reagiere ich auf das Gegenüber? Wie antworte ich auf mein Gegenüber? Was will das Gegenüber von mir wissen? Etc. etc. Vielleichtnotieren sie sich gleich im Anschluss des Gesprächs das, an was Sie sich von dem Gespräch erinnern, ihre Wahrnehmungen und Beobachtungen. Reden Sie mit Freund*innen und/oder Bekannten darüber. Vielleicht fällt denen dann etwas Neues auf oder interpretieren etwas anders als Sie Das könnte Ihnen dann helfen, das nächste Gespräch erfolgreicher für Sie zu gestalten.
Zweitens gibt es einige professionelle Angebote für Bewerbungstrainings auch speziell für Akademiker*innen mit Behinderung. In diesen können Sie Ihre Erfahrungen reflektieren und Bewerbungsgespräche üben. Einige Links zu Anbieter*innen solcher Trainings finden Sie auch auf dieser Webseite in der Rubrik „Arbeitssuche“. Es gibt auch einige Expert*innen mit Behinderung, die ein individuelles Coaching in diesem Bereich anbieten.
Drittens können Sie sich für ein Kurzcoaching auch gerne an meine Kolleg*innen in der Beratung wenden. Kontaktmöglichkeiten finden Sie in der Rubrik „Beratung“. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich.

Aber vielleicht gibt es ja noch andere Ideen, Anregungen oder hilfreiche Erfahrungen?

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Viktoria Przytulla

verfasst am 03.09.2020 um 12:06 Uhr
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