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Moderatorin

Dr. Nicole Viktoria Przytulla

Eingliederungszuschuss bei Schwerbehinderung und fehlende Berufserfahrung

Frühlingsblume

Mitglied seit 29. 08. 2020 // 1 Beiträge

Hallo!

Das Thema "Eingliederungszuschuss" habe ich immer nur theoretisch gehört, gehe jetzt aber wirklich zum ersten Mal diesen Weg mit meinem hoffentlich zukünftigen Arbeitgeber.

Es hat mich Überwindung gekostet, dieses Thema gegenüber meinem hoffentlich zukünftigen Arbeitgeber überhaupt anzusprechen, dass das Jobcenter in meinem Fall in diesem Thema sehr positiv gestimmt ist (dank Corona nur telefonisch besprochen - typisch Jobcenter, der Sachbearbeiter hat sich zwischenzeitlich schon wieder geändert). Mein hoffentlich zukünftiger Arbeitgeber ist jetzt darauf eingegangen und will jetzt die notwendigen Unterlagen haben, was ich auch so an das Jobcenter weitergeleitet habe incl. ihn als Ansprechpartner genannt habe. Ich habe mit meinem Berater vom Jobcenter ausgemacht, dass er das erste Formular direkt an meinen hoffentlich zukünftigen Arbeitgeber schickt und nicht erst mir und dass ich es dann weitergebe.

Jetzt heißt es, wenn mein hoffentlich zukünftiger Arbeitgeber das Formular ausgefüllt hat und an das Jobcenter zurück geschickt hat, wird dieses vor Ort geprüft. Insbesondere auf das Vorliegen einer sog. Minderleistung (z.B.: fehlende Berufserfahrung im avisierten Zielberuf -> daher Notwendigkeit einer intensiven und langsamen Einarbeitung). Im Anschluss sendet das Team Finanzen dem künftigen Arbeitgeber den „eigentlichen“ Antrag zu, den dieser ebenfalls ausfüllen und wieder im Jobcenter einreichen muss. Dieser wird dann wieder geprüft und es folg eine abschließende Entscheidung.

Bei diesem ganzen Papierkram hin und her, wo sind da die ganzen Fallstricke, auf die man achten muss?
Ist es z.B. die gleichen Formulare, wenn es sich "nur" um einen Eingliederungszuschuss bei Minderleistung handelt (§ 88 SGB III) oder bei behinderte und Schwerbehinderte Menschen nach § 90 SGB III?

Ich habe mir vom Jobcenter schon sehr viel sagen lassen, wo später rauskam, dass das total falsch war, was die mir erzählt haben. Und das Jobcenter hätte es auch nicht korrigiert, da sie durch ihre Erzählungen, die ich erst geglaubt habe, mehr Geld anrechnen konnten. Ich habe lernen dürfen, mich nicht allein auf das Wort des Sachbearbeiters beim Jobcenter zu verlassen, sondern es immer noch einmal gegenzuprüfen. In diesem Fall ist es für mich ein komplett neuer Bereich und wenn da irgendwas schief läuft, muss ich es dann doch irgendwie emotional ausbaden - mein zuständiges Jobcenter hatte deswegen letztes Jahr ein Verfahren beim Sozialgericht, bei dem der Bescheid aufgehoben wurde und das Jobcenter verpflichtet wurde, erneut zu entscheiden. Denn der Bescheid ließ nicht erkennen, dass das Jobcenter Ermessen ausgeübt und ob es die Behinderung berücksichtigt hat

Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

verfasst am 29.08.2020 um 16:09 Uhr

viktoriap.

Mitglied seit 11. 05. 2020 // 31 Beiträge

Hallo Frühlingsblume,
ich habe einen Mitarbeiter die ZAV (Zentrale Arbeitsvermittlung von Akademiker*innen mit Behinderung der Bundesagentur für Arbeit) auf Ihren Beitrag aufmerksam gemacht. Da er leider Schwierigkeiten hat, sich hier im Forum vom Dienstrechner aus anzumelden, übermittle ich seine Antwort für Sie:

"Hallo Frühlingsblume,

der Eingliederungszuschuss ist eine Leistung, die an den Arbeitgeber geht. Insofern ist auch der Arbeitgeber der Antragsteller. Deshalb ist es wichtig, dass Sie den Kontakt zwischen dem Arbeitgeber und Ihrem Jobcenter hergestellt haben. Vor Vertragsabschluss und vor der Arbeitsaufnahme muss der Arbeitgeber die Leistung beantragen (telefonisch, schriftlich oder persönlich). Wenn der Arbeitgeber nichts vom Jobcenter hört, sollte er vorsorglich selbst noch einmal dort anrufen!
Die Förderleistungen für behinderte und schwerbehinderte Menschen nach §90 Abs.1 und für besonders betroffene schwerbehinderte Menschen (§90 Abs. 2) unterscheiden sich. Zum einen in der Dauer der möglichen Förderung, zum anderen ist bei der Förderung für besonders betroffene schwerbehinderte Menschen keine Nachbeschäftigung erforderlich (bedeutet für den Arbeitgeber, dass auch ein befristeter Vertrag über den vollen Zeitraum gefördert werden kann bzw. der Arbeitgeber - auch wenn das Arbeitsverhältnis während des Förderzeitraums oder in dem Jahr nach der Förderung beendet wird - nichts zurückzahlen muss).
In der Regel versendet das Jobcenter zunächst den Förderfragebogen. Dort müssen die Minderleistung/fachlichen Defizite dargestellt werden (z. B. behinderungsbedingte Einschränkungen, erhöhter Einarbeitungsbedarf, etc.). Der Arbeitgeber sollte hier mit Ihrer Unterstützung umfangreich begründen, da das die Basis für die Entscheidung über eine Förderung ist. Wichtig ist auch die Frage "Welcher Zeitraum wird nach Ihrer Einschätzung benötigt, um die Minderleistung der Arbeitnehmerin auszugleichen?". Die Förderung kann längstens für den Zeitraum erfolgen, den der Arbeitgeber hier angibt.
Anhand des Fragebogens entscheidet das Jobcenter, ob und für welche Höhe und Dauer eine Förderung möglich ist. Dann wird der eigentliche Antrag verschickt, der aber überwiegend allgemeine Angaben enthält (Adressen, Kontodaten, etc.).
Im Zweifelsfall sollte der Arbeitgeber telefonisch mit dem Jobcenter Kontakt aufnehmen und sich beraten lassen!
Viel Erfolg bei der neuen Tätigkeit!

Viele Grüße
Torsten Prenner
Arbeitgeberservice für schwerbehinderte Akademiker"

Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter! Falls Sie weitere Fragen diesbezüglich haben oder persönliche Unterstützung wünschen, können Sie sich gerne auch an meine Kolleg*innen aus der Beratung oder an die ZAV (https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/zav/content/1533719886312) wenden.

Auch von mir die besten Wünsche für die neue Stelle!

Viktoria Przytulla (Forenmoderatorin)

verfasst am 01.09.2020 um 11:20 Uhr

Drehmomentschlüssel

Mitglied seit 21. 10. 2020 // 3 Beiträge

Hallo.

Das Jobcenter schickt also einen Fragebogen an den/die Arbeitgeber/in?
Wie kann diese/r den Einarbeitungsbedarf einschätzen?
Wäre es nicht zielführender, wenn man selbst diesen Fragebogen ausfüllt?
Ich könnte für mich persönlich konkret benennen, wo meine Schwierigkeiten liegen und welche Unterstützung ich bräuchte.

verfasst am 26.10.2020 um 16:00 Uhr

Eisbär_2106

Mitglied seit 03. 08. 2020 // 5 Beiträge

Hallo Drehmomentschlüssel,

ja, man ist selber Expert*in der eigenen Minderleistungen bzw. behinderungsbedingten Defizite. Aber die Förderung geht an den Arbeitgeber. Deshalb muss er den Fragebogen ausfüllen. Oft ist es so, dass der Arbeitgeber die/den schwerbehinderten potentiellen Arbeitnehmer*in um Mithilfe bzw. Informationen bittet.
Alles Gute!

verfasst am 29.10.2020 um 15:27 Uhr
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