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Moderatorin

Dr. Nicole Viktoria Przytulla

Wege zur Promotion

Polarfuchs

Mitglied seit 19. 08. 2020 // 1 Beiträge

Ich habe recht früh im Studium meine Liebe zur Wissenschaft entdeckt und habe mich relativ bald als studentische Hilfskraft beworben. Ich war dann die restliche Studienzeit über lange dabei und konnte so alle Abläufe und Strukturen in meinem Fachgebiet und am Lehrstuhl gut kennenlernen.
Direkt im Anschluss an mein Studium ergab sich dann die Möglichkeit für mich, im Rahmen einer Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin für ein Forschungsprojekt am Lehrstuhl zu bleiben. Ich fand diesen Weg im Nachhinein vor allem deshalb sehr positiv, weil ich dadurch eine sozialversicherungspflichtige Stelle über eine längere Zeit hatte.
Ich habe mitbekommen, dass es im Bereich der Promotion verschiedene Formate und Wege dorthin gibt, die jeweils mit bestimmten Vor- und Nachteilen verbunden sind.

Wie war es denn bei euch? Welchen Weg zur Promotion seid ihr gegangen bzw. welcher Weg zeichnet sich vielleicht bei euch ab?

verfasst am 19.08.2020 um 09:58 Uhr

klaraelix

Mitglied seit 04. 06. 2020 // 1 Beiträge

Hallo Polarfuchs!

Ich habe mich auch aus Leidenschaft fürs Thema auf den Promotionsweg begeben und konnte zunächst als Wissenschaftliche Hilfskraft an einem Lehrstuhl bleiben, der thematisch aber nicht zu meinem Diss-Thema gepasst hat. Mit der Entwicklung des Themas und dem Schreiben des Exposés ging daher die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten einher. Ich habe mich in ein Graduiertenkolleg beworben und hätte die Stelle auch gekriegt, war aber dann von verschiedenen Auflagen (Veränderung meines Themenschwerpunkts, meiner Dissertationsbetreuung sowie Umzug in die Stadt des Kollegs) so abgeschreckt, dass ich die Stelle abgesagt habe. Eine weitere Bewerbung für eine WMA-Stelle ist gescheitert und letztlich habe ich ein Stipendium eines regulären Förderwerkes bekommen. Dazu muss gesagt werden, dass mir das große Freiheit in der Konzentration auf die Diss gab, mir aber der Anschluss an einen Lehrstuhl und damit Forschungsschwerpunkt gefehlt hat.

Außerdem ist es wichtig, nach der Krankenversicherung und dem Lebensunterhalt zu schauen. Ich weiß von anderen Doktorand*innen, dass ihr Stipendium komplett als Einkommen von der Krankenversicherung angesehen wurde und damit ein recht hoher Beitrag geleistet werden musste.

Schließlich habe ich die Dissertation im Förderzeitraum des Stipendienwerkes abgeschlossen und verteidigt. Und dann ging - da ich ja nicht mehr an einem Lehrstuhl tätig war - das "echte" Berufsleben los. Ich muss dazu sagen, dass ich während der Promotionsphase entschieden habe, anschließend ins Wissenschaftsmanagement zu gehen und keine klassische Wissenschaftskarriere (also keine Habilitation) anzustreben.
Viel Erfolg für Deinen Weg!

verfasst am 26.08.2020 um 09:51 Uhr

Ferri

Mitglied seit 13. 08. 2020 // 4 Beiträge

Hallo klaraelix,
das ist ja spannend! Ersteinmal gratuliere, dass du die Promotion trotz diverser Hindernisse geschafft hast! Und dann noch in dem Stipendiumzeitraum! Ich habe mitbekommen, dass die Förderlaufzeiten bei Stipendien oft sehr kurz sind (3 Jahre?) und dass die Entwicklung und das Schreiben einer Doktorarbeit oft länger dauert, zuminmdest in den Gesellschaftswissenschaften. Wie hast du das mit der Zeit hinbekommen?
Für mich ist auch interessant, dass du mit diesem Weg keine Anbindungen an eine Abteilung oder einen Fachbereich hattest. Einige meiner Promotionskolleg*innen habe auch mit einem Stipendium promoviert. Sie hatten aber auch einen Arbeitsplatz an unserem Institut, waren in unsere Forschungswerkstätten eingebunden und die/der Zweitgutachter*in kam auch vom Institut. Aber scheinbar wird das sehr unterschiedlich gehandhabt? Mich würde interessieren, ob die Unterschiede zwischen den Hochschulen, den Fachdisziplinen oder den Stipendienwerken existieren.
Ich habe meine Promotion anfang des Jahres abgeschlossen und muss mich jetzt beruflich ganz neu orientieren und aufstellen. Noch visiere ich eine Professur oder eine Habilitation an. Du hast dich für "Wissenschaftsmanagement" entschieden. Das macht mich neugierig: Was ist das für ein Arbeitsfeld? Was macht man da und wo?
Ich würde mich freuen, mehr darüber zu erfahren!

Viele Grüße
Ferri

verfasst am 01.09.2020 um 10:57 Uhr

Richard

Mitglied seit 06. 04. 2020 // 7 Beiträge

Hallo Ferri,

mit Wissenschaftsmanagement ist zum Beispiel eine Stelle in der Hochschuladministration gemeint (z. B. Forschungskoordination, Technologietransfer, usw.). Mit einem Masterabschluss startet man im E-13 Tarif im öffentlichen Dienst ("höherer Landesdienst", ca. 50.000 € brutto).

verfasst am 03.09.2020 um 22:32 Uhr

Ferri

Mitglied seit 13. 08. 2020 // 4 Beiträge

Hallo Richard,
herzlichen Dank für die Infos!
Gruß
Ferri

verfasst am 08.09.2020 um 14:02 Uhr

Cashewkern

Mitglied seit 14. 10. 2020 // 1 Beiträge

Servus!

Mit großem Interesse habe ich Eure Beiträge gelesen. Vielen Dank für Eure Offenheit!

Ich stehe aktuell selbst am Ende meines Master-Studiums in Psychologie. Interessiere mich bereits seit längerem für die Forschung. Konkret sind die Forschungsfelder Schlaf, Stress, Big Data, Diversity Studies und Neurologie von großem Interesse für mich. Nach mehreren Hiwi-Stellen und Praktika sind die Überlegung bzgl. der Promotion immer weiter gereift. Doch leider fehlt es mir an Erfahrungsberichten und dem Austausch über die Promotion mit Beeinträchtigung. Diverse Fragen schwirren dazu durch den Kopf und ich freue mich über jede Antwort und Erfahrung.

Generell: Was heißt und bedeutet es mit Beeinträchtigung zu promovieren? Was kommt auf mich zu? Mit welchen Hindernissen und Schwierigkeiten muss und sollte ich rechnen?
Und spezifischer: Welche Chancen und Möglichkeiten eröffnet die Promotion mit Beeinträchtigung (PmB)? Welche Arten und Formen der Unterstützung gibt es für die PmB?
Suche und Findung einer Betreuung - Worauf ist bei der BetreuerInnen-Wahl zu achten? Wie kann meine Beeinträchtigung eloquent kommunizieren ohne dabei meine Ansürechperson vor den Kopf zu stoßen? Was sind klare Warnhinweise? Empfehlungen? Tipps?

Freue mich sehr über Eure Rückmeldung undwünsch Euch alles Gute!

Herzliche Grüße
Cashewkern

verfasst am 14.10.2020 um 20:12 Uhr

Pikdame

Mitglied seit 12. 08. 2020 // 1 Beiträge

Hallo,
vielleicht helfen ja meine Erfahrungen und Beobachtungen weiter:
Ich bin über eines der extra aufgelegten Promotionsprojekte für schwerbehinderte Akademiker*innen an eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin gekommen. Ich habe die Promotion erfolgreich geschafft, aber die meisten anderen, die im Projekt waren, haben abgebrochen.
Ich denke, für den erfolgreichen Abschluss meiner Promotion waren folgende Faktoren günstig:
• Auf meiner Stelle konnte ich mich nahezu ausschließlich auf meine Dissertation konzentrieren. Daneben hatte ich nur noch 2 Wochenstunden. Lehre zu machen ist wichtig, um später Lehrerfahrung nachweisen zu können.
Was ich bei anderen mitbekommen habe, ist es eher üblich, dass der/die Professor*in erwartet, dass man in der bezahlten Zeit (oft eine halbe Stelle) der Abteilung bzw. seinen/ihren Projekten zur Verfügung steht. Es wird oft erwartet, dass man dann die Promotion in der Freizeit macht. Das ist, nach meinen Beobachtungen selbst für Promovierende ohne Behinderung extrem schwierig und stressig. Wenn dann noch gesundheitliche Einschränkungen dazukommen bzw. die damit einhergehende Organisation der benötigten Unterstützung und Alltagsbewältigung, kann das absolut überfordernd sein. Zumindest habe ich das so bei einigen meiner Promotionskolleg*innen mit Behinderung wahrgenommen.
• Wenn ein Assistenz- oder Hilfsmittelbedarf vorhanden ist, ist es sehr ratsam, auf einer sozialversicherungspflichtigen Stelle zu promovieren. Nur in diesem Fall ist gesetzlich die Finanzierung des behinderungsbedingten Unterstützungsbedarfs gewährleistet. Das ist z.B. bei Stipendien nicht der Fall. Diese sind deshalb mit der Herausforderung verknüpft, Finanzierungsmöglichkeiten für den Bedarf zu finden. Das ist zurzeit noch sehr schwierig, aber nicht ganz unmöglich. *Vielleicht haben ja damit welche hier in den Foren Erfahrungen gemacht und können über Finanzierungsmöglichkeiten berichten???*
• Auf meine behinderungsbedingten Bedürfnisse bzgl. der Arbeitsplatzgestaltung wurde ohne Diskussion eingegangen. Ich selber kannte die Unterstützungsmöglichkeiten, die mir zur Verfügung standen, und habe so relativ zügig Arbeitsassistenz und Zusatzhilfsmittel für den Arbeitsplatz erhalten. Trotzdem hat es ein halbes Jahr gedauert, bis die Kostenübernahme geklärt war. Das waren sehr belastende sechs Monate für mich.
Ich bin extra für die Promotion umgezogen. Da ich einen Unterstützungsbedarf sowohl auf der Arbeitsebene als auch privat habe, stellte sich das als schwierig heraus: Die Kostenträger kannten mich nicht und ich sie auch nicht, dadurch musste ich alles neu verhandeln und es gab für mich ein Zeitfenster, indem ich ohne Unterstützung zurechtkommen musste. Diesbezüglich war es für mich entscheidend, dass mein neues Team darauf Rücksicht genommen hat und mir die Zeit gegeben wurde, mich einzurichten.
Außerdem habe ich bei mir und anderen mitbekommen, dass die Wohnungssuche schwierig war. Diese Problematiken würde ich jeder*jedem zu bedenken geben. Es wird, denke ich, um einiges leichter, wenn kein Wohnortwechsel notwendig wird.
• Ganz wichtig für mich war die Atmosphäre im Team und zwischen mir und meiner Promotionsanleitung: Sie war solidarisch, interessiert und Unterschiede anerkennend. Dem Prof ging es nicht darum, sich profilieren zu müssen mit möglichst vielen Veröffentlichungen oder exzellenten Forschungsresultaten.
Nach meiner Beobachtung ist die Abteilungsatmosphäre und die Einstellung, das Konkurrenzdenken der*des Professor*in ausschlaggebend. Was ich bei meinen Promotionskolleg*innen mit Behinderung beobachtet habe, war, dass genau dieser Punkt verbunden mit diskriminierendem Denken und Verhalten zu den meisten Abbrüchen geführt hat.
• Eine sehr wichtige Ressource für mich war auch der wertschätzende und unterstützende Kontakt und Austauschmit anderen Promovierenden innerhalb von Forschungswerkstätten, aber auch die Unterstützung durch die Diversitäts- und Antidiskriminierungsstellen der Universität.
• Auch mein Engagement für die Inklusion an der Universität hat mir sehr geholfen. In den Gremien, die sich damit beschäftigt hat, habe ich die systematischen Probleme, die ich als WiMi und Lehrende mit Behinderung wahrnehme klar benannt und Angebote für ein gemeinsames Erarbeiten von Lösungen gemacht. Dies hat seitens der Uni zwar teilweise auch zu Unmut geführt, hat mir aber auch sowohl Anerkennung eingebracht, als auch wichtige Kontakte zu Schlüsselpersonen und -stellen in der Uni und in der Stadt verschafft. Auf diese konnte ich dann in Konfliktsituationen zurückgreifen. U.a. hat das auch dazu geführt, dass der Unikanzler mir über die Projektlaufzeit hinaus das Jahr finanziert hat, dass ich noch zum Abschluss meiner Promotion benötigte.
Bei meinen Promotionskolleg*innen mit Behinderung habe ich mitbekommen, dass die meisten sich nicht getraut haben, ihre Schwierigkeiten und ihre Bedarfe, um die Promotion erfolgreich abzuschließen, zu benennen. Viele von ihnen hatten das Gefühl, dankbar sein zu müssen und es unbedingt schaffen zu müssen, die Erwartungen, die an sie gestellt werden zu erfüllen. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Nach meiner Wahrnehmung führte das aber dazu, dass jede*r geguckt hat, dass er*sie die Arbeit als WiMi und die Promotion doch noch irgendwie ohne fremde Hilfe hinbekommt und dass er*sie möglichst keinen Ärger machen wollte. Dadurch gelang es uns aber nicht, uns als Gruppe von Promovierenden zu solidarisieren und uns gemeinsam für Bedingungen einzusetzen, die es uns ermöglichen, erfolgreich zu promovieren.
• Unabhängig von Behinderung hat mir auch mein Interesse an meinen Promotionsthema und das Gefühl, dass meine Forschung Sinn ergibt, Kraft gegeben. Nach meiner Erfahrung und meinen Beobachtungen benötigt man einen sehr langen Atem und Ausdauer für eine Promotion. Dabei handelt es sich nicht um eine erweiterte Masterarbeit, sondern um viel mehr. Es gibt immer wieder Fehlschläge und man muss immer wieder neu anfangen bzw. neu ansetzen. Dafür braucht man eine hohe Frustrationstoleranz und gute Nerven. ABER für mich war es eine der schönsten Zeiten meines Lebens, da es mir die Promotion ermöglichte, mich intensiv und vertieft mit einem Thema auseinanderzusetzen. Und ich hatte noch nie so viel sachliche inspirierende und spannende Gespräche und Diskussionen, wie in dieser Zeit.

verfasst am 19.10.2020 um 11:55 Uhr

viktoriap.

Mitglied seit 11. 05. 2020 // 29 Beiträge

Hallo,
zu diesem spannenden Austausch möchte ich einen Hinweis auf das Wissenschaftszeitgesetz (WissZeitVG) beitragen. Nachdiesem verlängert sich die Beschäftigungsdauer bei einer Qualifikationsstelle (Promotion und Habilitation) bei einer Schwerbehinderung von üblichen sechs auf acht Jahre. Cato hat dazu einen wichtigen Beitrag im Forum „Arbeit mit Behinderung“ geschrieben: https://ixnet-projekt.de/ixnet-austausch-und-beratung/forum?tx_typo3forum_pi1%5Baction%5D=show&tx_typo3forum_pi1%5Bcontroller%5D=Topic&tx_typo3forum_pi1%5Btopic%5D=18&cHash=ef6476c6378bea46d8b3fe6c34d003e6

verfasst am 20.10.2020 um 12:26 Uhr
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